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Aus der Geschichte des Vereins

Männergesangverein ca. 1908

Im Mai 1845 fanden sich zehn sangesfreudige Muskauer zusammen und gründeten den "Männergesangverein". Die Leitung übernahm der hiesige Kantor Berth. In kurzer Zeit verdoppelte sich die Mitgliederzahl. Die Übungsstunden wurden zweimal wöchentlich in der Stadtschule Muskau abgehalten. 1847 zählte der Verein bereits 50 Mitglieder, einschließlich Ehrenmitglieder.

Außer den regelmäßigen Singestunden unternahm der Verein in der schönen Jahreszeit Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung. Im Frühjahr wurde gewöhnlich das Stiftungsfest gefeiert. Im Herbst hielten die Mitglieder mit ihren Angehörige~ einen Ball ab, der von Gesangsvorträgen unterbrochen wurde. Sehr oft fand dieser im Rat­haussaal statt.

Auch gemeinsame Silvesterfeiern wurden einige Male veranstaltet .. 1849 gab der Verein sein erstes öffentliches Konzert. Im selben Jahr fand auch erstmalig ein Beisammensein mit dem "Triebeler Bruderverein" im "Bockkeller" statt.

 

Leider legte Kantor Berth 1852 sein Dirigentenamt nieder, nachdem er von seinem Kantorenamt aus politischen Gründen suspendiert worden war. Die regelmäßigen Ver­sammlungen hörten nun auf. Die Mitglieder müssen mit großer Liebe an Kantor Berth gehangen haben, denn als sein Nachfolger im Schulamt, Kantor Huhn, sich erbot den Verein zu leiten, wurde dies abgelehnt. Erst im Januar des Jahres 1857 erklärte sich der Stadtmusikus Specht bereit, den Verein zu dirigieren. Die Übungsabende wurden nun im "Schießhaus" abgehalten. Leider legte er noch im selben Jahr sein Amt nieder, da er nach Sorau verzog. Seinen Platz übernahm der Musiker Schwarz, aber auch nur für kur­ze Zeit; 1859 ging er nach Dresden.

Aber ohne Dirigent kein Gesangverein! "Bangen Herzens", wie es in der Vereinschro­nik heißt, trat der Vorstand 1859 an den früher abgelehnten Kantor Hahn heran und bat ihn, die Leitung des Chores zu übernehmen. Huhn sagte zu und die Übungsstunden fanden nun wieder in der Schule statt. In Kantor Huhn hatte der Verein einen tüch­tigen und treuen Liedermeister gefunden. Das Vereinsleben nahm nun seinen gere­gelten Fortgang. Mit dem "Triebeler Gesangverein" fanden noch zweimal Zusammen­künfte statt.

Da sich unser Verein am Oberlausitzer Gesangfest (24. und 25. August 1862 in Löbau) beteiligen wollte, wurde beschlossen, eine Fahne anzuschaffen. Durch freiwillige Beiträ­ge kam das nötige Geld zusammen. Außerdem stiftete Sangesbruder Zickro die Fahnen­stange und Sangesbruder Neander die Spitze. Die Fahne kostete mit allem Zubehör 33 Taler. Am Fest in Löbau beteiligten sich 25 Sänger mit ihrem Dirigenten. Auf zwei Fuhrwerken reisten sie zum Festort.

1863 wurde der "Niederlausitzer Sängerbund" gegründet. Unser Verein war einer der ersten, der dem Bund beitrat. Sein erstes Gesangsfest hielt der Bund 1864 in Muskau ab. 1863 wurde Schmiedemeister Emil Löbel zum Vorsitzenden gewählt. Im Jahre 1865 fand das erste Deutsche Sängerbundesfest in Dresden statt. Dirigent und 23 Sänger unseres Vereins beteiligten sich daran. Auf zwei Fuhrwerken reisten sie nach Bautzen und fuhren von dort mit der Bahn weiter.

 

Sein 25 jähriges Bestehen feierte der Verein durch Festzug und Ball am 15. Mai 1870 im "Goldenen Stern". Der Verein zählte damals über 100 aktive und passive Mitglieder. Zum Gedenken der Angehörigen von Kriegsteilnehmern veranstalteten die Sänger am 25. August 1870 ein Konzert. 1877 wurde in Muskau ein "Gemischter Chor" gegrün­det, der sich lange Zeit an den Veranstaltungen des Männergesangvereins beteiligte. Pfingsten 1882 hielt der "Niederlausitzer Sängerbund" in Muskau einen Sängertag ab. Unser Verein beteiligte sich auch an den Sängerfesten in Spremberg 1872, Forst 1878, Cottbus 1880 und in Sorau 1883. Am 9. August 1883 verlor der Verein seinen treuen Liedermeister durch den Tod, nachdem er dem Verein fast 25 Jahre vorstand. Huhns Nachfolger im Schulamt, Kantor Klincke, wurde nun Dirigent. Er leitete den Chor im Geiste seiner Vorgänger.

Die Sänger nahmen teil an den Bundesfesten in Guben 1885 und in Spremberg 1888. Leider legte Klincke sein Amt als Vereinsdirigent im Jahre 1892 nieder. Der Verein ge­wann nun den Musikdirektor Winnig als Liedermeister. 1894 starb der langjährige Kas­sierer des Vereins, Schuh­machermeister Gustav Schubert.

48 Jahre lang hat er dem Verein seine Dienste ge­widmet und emsig aufge­schrieben, was im Verein vorging. Sein Nachfolger wurde Sangesbruder Mewes Tjaden, der den Kassiererposten und das damit verbundene Amt des Schriftführers bis zum Jahre 1922 getreu­lich verwaltete, bis er die­se Ämter an jüngere Mit­glieder abtrat.

Unter Winnig feierte der Verein sein 50jähriges Bestehen und gleichzeitig der "Niederlausitzer Sängerbund" sein 11. Bundesfest in Muskau am 16. und 17. Juni 1895. Etwa 800 Sänger nahmen daran teil.

1896 übersiedelte Musik­direktor Winnig nach Cranz an die Ostsee und Kapellmeister Springer übernahm die LeitUng des Chores. Unter seiner Führung sang der Verein 1896 beim 12. Niederlausitzer Sängerbundfest in Finsterwalde. 1898 schied Springer von Muskau, Winnig kehrte zurück und übernahm diese Funktion im Verein von neuern. Im August 1890 fuhren die Sänger zum Sänger­fest nach Sorau. Da Kapellmeister Winnig 1901 Muskau erneut verließ, wurde ein neu­er Chorleiter notwendig. Man wählte dazu Kantor Herkner, den Dirigenten des Ge­sangvereins "Germania" aus. Dieser Verein schloß sich daraufhin unserem Verein an.

 

 


Vereinsfahne

In der Folgezeit kam es zu einem regen Vereinsleben, welches dadurch gekennzeichnet war, das neben vielen Konzerten, Stiftungsfesten und Gesängen bei besonderen Anläs­sen auch die Sängerfeste in Senftenberg 1904, Triebel 1905 , Weißwasser 1906, Keula 1909, Großräschen 1910 und Spremberg 1913 mitgestaltet wurden und sich der Ver­ein daran beteiligte. Sein 60jähriges Stiftungsfest feierte der Verein durch Festzug und Konzert im Jahr 1905.

Die letzte größere Veranstaltung vor Ausbruch des ersten Weltkrieges war der Sängertag in Gablenz im Juni 1914. Dann kam der Krieg und die Anzahl der Sänger schmolz von Tag zu Tag. Die Generalversammlung im letzten Kriegsjahr war nur noch von 18 Mit­gliedern besucht.

 

Im Sommer 1919 legte Kantor Herkner sein Amt als Vereinsdirigent nieder. Nun half zunächst Lehrer Gerlach in freundlicher Weise einige Zeit aus, bis Lehrer Schellhals das Dirigentenamt übernahm. Unter seiner Leitung wurde im Februar 1920 das erste Kon­zert nach dem Krieg aufgeführt, was ein großer Erfolg wurde. Auch die Mitgliederzahl stieg wieder an. Das 75jährige Stiftungsfest wurde durch ein öffentliches Konzert im Oktober 1920 und durch einen Festabend innerhalb des Vereins im Dezember gefeiert. An beiden Veranstaltungen beteiligte sich der evangelische Kirchenchor. Im Januar 1920 legte Schmiedemeister Emil Löbel sein Amt als Vorsitzender des Vereins nieder, welches er von 1863 bis 1920 bekleidet hatte. Neuer Vorsitzender des Vereins wurde der Kaufmann Georg Löbel; neuer Chorleiter Lehrer Schellhaus. Dieser jedoch nur für ein Jahr; ab 1921 übernahm diese Funktion Kantor Retzlaff. Im Jahre 1923 verstarb der langjährige Vorsitzende Emil Löbel im Alter von 87 Jahren.

In die Vereinsgeschichte wird er als der am längsten amtierende Funktionär geführt.

 

Die einsetzende Inflationszeit warf ihre Schatten auch auf das Vereinsleben. Am Sänger­fest in Forst 1922 konnten sich nur 39 Mitglieder beteiligen. Im Winter 1922/23 mußte aus Sparsamkeitsgründen in einem Schulzimmer gesungen werden. Die Mark sank tiefer und tiefer, und im Monat Oktober 1923 mussten die Singestunden gänzlich eingestellt werden. Mit Beginn des Jahres 1924 konnte der Probenbetrieb wieder auf­genommen werden. Am Deutschen Sängerbundesfest vom 23. bis 26. August 1924 in Hannover beteiligten sich bereits acht Mitglieder mit der Vereinsfahne.

Die folgenden Jahre wurden erneut von vereins internen Veranstaltungen geprägt. Den Höhepunkt bildete zweifelsfrei das 80jährige Stiftungsfest am 21. Juni 1925, über wel­ches Graf Arnim-Muskau die Schirmherrschaft übernahm. Den Festumzug durch die Stadt und das anschließende Festkonzert im Hermannsbad gestalteten 18 Chöre mit et­wa 800 Mitwirkenden. 1928 fand in Wien das 10. Deutsche Sängerbundesfest aus An­laß des "Schubert-Jahres" statt, an dem der Verein mit einer Delegation teilnahm. Be­eindruckend war der Massenchor mit etwa 20000 Mitwirkenden in der Festhalle am Prater, unter Teilnahme der Muskauer Sänger. Im darauffolgenden Jahr nahm der Ver­ein am 21. Niederlausitzer Bundesgesangsfest vom 1. bis 3. Juli in Senftenberg teil, der anläßlich des 75jährigen Bestehens des dort ansässigen Männergesangvereins ver­anstaltet wurde.

 

Etwa um 1930, vermutlich aus Anlaß des bevorstehenden "Gausängerfestes", wurde aufgrund des hohen Verschleißzustandes der Vereinsfahne von den Mitgliedern des Vereins der Wunsch geäußert, eine neue Fahne anzuschaffen. Hierzu gab es aus Kosten­gründen widersprüchliche Auffassungen, die damit endeten, die alte Fahne aus his­torischen Gründen zu restaurieren und als Verschleißschutz mit einem Netz zu versehen. In diesem Zustand überstand diese auch den zweiten Weltkrieg und ist bis heute noch erhalten. Am 25. Mai 1930 fand zum 85jährigen Bestehen des Männergesangver­eins Muskau das dritte Gausängerfest des Gaues II in Muskau statt. Graf Arnim-Mus­kau übernahm erneut die Schirmherrschaft. Als Festgelände und Veranstaltungsort wur­de das "Schützenhaus" ausgewählt.

In der Generalversammlung, am 28. Dezember 1930, wurde die überarbeitete Satzung des Männergesangvereins Muskau neu vorgestellt und für verbindlich. erklärt. Am 22. Juni 1931 nahm der Verein am Sängertreffen in Potsdam teil und stellten einen eigenen Umzugs block. Am 11. Deutschen Sängerbundesfest vom 21. bis  4. Juli 1932 in Frankfurt am Main nahm der Verein erneut nur mit einer Delegation teil.

Im gleichen Jahr zeichneten sich eine Reihe von Funktionswechseln ab. So wurden ab 1933 der Buchhalter Richard Fuhrmann Vorsitzender und der Lehrer Gebhardt Chorleiter.

1935 feierten der Männergesangverein und der gemischte Chor "Liederkranz" am 1. Februar im Kurhaus "Hermannsbad" ein gemeinsames Stiftungsfest. Zum offen­sichtlich letzten und 12. Deutschen Sängerbundesfest vor Beginn des zweiten Weltkrie­ges, Ende Juli 1937 in Breslau, war der Verein mit etwa 15 Mitgliedern. vertreten:

Chronisten berichten, daß dieses Sängerfest eines der schönsten gewesen sein soll. Bei noch keinem Sängerfest ist soviel und begeistert gesungen worden, vielleicht auch des­halb, weil in den bewegten Jahren vor Ausbruch des Krieges in vielen Vereinen des Deutschen Sängerbundes Tendenzen aufkamen, die dem Sinn der Sache einfach davon­liefen.

 

Ausdruck davon waren auch insbesondere seit 1938 Desinteresse am Chorgesang und am Vereinsleben mit ständig schwindenden Mitgliederzahlen. So waren in der Jahreshauptversammlung am 6. Januar 1938 im "Grünen Baum". gerade fünfzig Prozent der Mitglieder anwesend. Ende des Jahres 1937 gab der Vorsitzende Richard Fuhrmeister aus Überlastungsgründen diese Funktion auf. Nachfolger wurde. bis Kriegsende Malermeister Karl Karraß. Die Chorleiterfunktion war 1938 nicht besetzt. Der Schriftführer, Sattlermeister Richard Noack, sprang dafür ein. 1939 konnte erneut Kantor Retzlaff für diese Funktion gewonnen werden. Zusammen mit Richard Noack führten beide diese Funktion bis Kriegsende aus.

 

Das 100jährige Bestehen des Männergesangvereins fällt 1945 mit dem Ende des zweiten Weltkrieges zusammen und konnte demzufolge nicht begangen werden.Von der im Januar 1945 fälligen Jahreshauptversammlung wurde Abstand genommen, die letzte Zusammenkunft fand am 25. Januar im Vereinslokal Stadt Berlin statt. Danach kam das Vereinsleben vollständig zum Erliegen.

 

 


Im Jahre 1947 trat als erstes nach dem Krieg der Gemischte Chor "Eintracht" wieder in Erscheinung, welchem jeder Sänger beitreten sollte. Diese Lösung fand jedoch bei Anhängern und Liebhabern des Männergesanges nicht die erwartete Zustimmung.

 

Töpfereibesitzer Kurt Wiesner, von 1938 bis 1945 zweiter Vorsitzender des Männergesangvereins, versuchte deshalb, unter Einschaltung maßgeblicher Stellen , wie dem Volksbildungs- und Kulturamt Niesky, den Männergesangverein wiederzubeleben.

 

Nach erteilter Zustimmung kam es am 24. Juni 1948 zu. einer Gründungsversammlung des Männergesangvereins, der jedoch ab diesem ZeItpunkt als "Männerchor 1845 Muskau" in Erscheinung trat, da Vereinsgründungen während dieser Zeit nicht gestattet wurden. Da auch demzufolge keine Vorsitzenden mehr gestattet waren, wurde während der Gründungsversammlung ein provi­sorischer Vorstand gewählt, der aus den Sangesbrüdern

Kurt Wiesner als Organisationsleiter

                       Karl Karraß      als Stellvertreter

                       Erich Griep       als Schriftführer

Alfred Kroschky als Kassierer bestand.

 

1949 kam es durch die Bildung zweier separater Staaten zur zunächst endgültigen Spaltung Deutschlands. Durch diese, im Ergebnis des zweiten Weltkrieges entstandene Tatsache, war unter anderem auch die Mitgliedschaft im "Deutschen Sängerbund" unterbrochen und die Mitgliedschaft im "Niederlausitzer Sängerbund" aufgehoben. Der Männerchor war nach dem Krieg Mitglied des Kulturbundes und wurde 1950 in die "Volksbühne" aufgenommen. Im Jahre 1955 beschloß die Jahreshauptversammlung, das 110jährige Bestehen des Männergesanges festlich zu begehen.

1958 wird der Männerchor Mitglied des Kreiskulturkabinetts, um materielle und fi­nanzielle Unterstützung zu erhalten.

1955 übernimmt der Drogist Fritz Nentwig die Funktion des ersten Vorsitzenden und löste den bis 1954 tätigen Organisationsleiter Kurt Wiesner ab. Chorleiter wird der Lehrer Franke, der den bis 1954 tätigen Musikdirektor Richard Pöschke ablöste. 1961 fand das erste größere Sängertreffen nach dem zweiten Weltkrieg in Bad Muskau statt. Im Jahre 1963 nimmt der Chor an den Arbeiterfestspielen in Weißwasser teil.

Im gleichen Jahr wirkt er erstmalig am Parkfest der Stadt Bad Muskau mit.

Zu Beginn des Jahres 1964 erfolgt ein erneuter Funktionswechsel. Vorsitzender wird Malermeister Herbert Funke, jedoch nur für ein Jahr. Der von 1958 bis 1963 wirkende Chorleiter Polsterermeister Arthur Werner gab diese Funktion aus gesundheitlichen Gründen auf. An seine Stelle trat 1964 der Lehrer Jürgen Hubatsch. Im Jahre 1965 wird der Schmiedemeister Emil Klenner zum Vorsitzenden des Männerchores gewählt. Aus Anlaß des 120jährigen Bestehens findet in Bad Muskau am 5. September 1965 ein großes Sängertreffen statt. 21 Chöre mit etwa 600 Sängerinnen und Sängern gestalten das wohl größte Nachkriegssängerfest auf der Parkbühne in Bad Muskau.

1967 wurde der Männerchor durch den Rat der Stadt Bad Muskau mit einer Urkunde und einer Geldprämie für hervorragende Volkskunstarbeit ausgezeichnet. Aus Anlaß des 125jährigen Bestehens des Männergesanges kam es am 27. und 28. Juni 1970 zu einem weiteren Sängertreffen in Bad Muskau. 14 Chöre mit etwa 400 Mitwirkenden zogen in einem Festumzug vom "Lindenhof' zur "Parkbühne" und gestalteten das Festkonzert. 1972 erfolgten erste Tonbandaufnahmen beim Sender Cottbus. Im gleichen Jahr fuhr der Männerchor mit dem Gemischten Chor "Eintracht" zu einem Freundschaftsbesuch zur Sängervereinigung' "Rastislav" nach Blansko in die benachbarte Tschechoslowakei. Es folgte am 1. Oktober die Teilnahme am Radiotreff von Radio DDR im Kreis Weiß­wasser in der "Gaststätte Zentral" in Weißkeißel und der gemeinsame Auftritt mit den "Scherbelberger Musikanten". Darüber hinaus erfolgte noch im gleichen Jahr der Ge­genbesuch der Sängervereinigung "Rastislav" vom 6. bis 9. Oktober in Bad Muskau.

Im Jahre 1973 nahm der Männerchor am Kreissängertreffen teil. 1975 fand anläßlich des 130jährigen Bestehens am 21. Juni in Bad Muskau ein weiteres Sängerteffen statt. 280 Sängerinnen und Sänger gestalteten das Festkonzert auf der "Parkbühne". Als be­sonderer Gastchor konnte erneut die Sängervereinigung "Rastislav" aus Blansko begrüßt werden, die ein eigenständiges Programm darbot. Im Jahre 1976 erfolgte vom 28. bis 31. Mai der Gegenbesuch Bad Muskauer Chöre in Blansko, wo ein größeres Sänger­neffen organisiert war.

Ende des Jahres 1976 bat der Vorsitzende Emil Klenner, ihn von dieser Funktion zu entbinden. Diesem Wunsch wurde entsprochen und mit Beginn des Jahres 1977 wurde Tischlermeister Alfred Richter erster Vorsitzender des Männerchores. Für die Chor­leiterfunktion konnte nach längerem Suchen in den Jahren 1975 bis 1978 der Berufs­offizier Klaus-Dieter Backert gewonnen werden, der diese Funktion zu Beginn des Jahres 1979 aufnahm.

1978 nahm der Chor erstmalig an den "Spreewaldfestspielen" am 17. September in Burg teil. Das 135jährige Bestehen fand anläßlich eines Sängertreffens am 20. Septem­ber 1980 im "Lindenhof' statt. Während der FestVeranstaltung wurde der Männerchor 1845 mit dem Titel "Hervorragendes Volkskunstkollektiv" geehrt.

Im Jahre 1981 wurden durch den Männerchor regelmäßige Moorbadkonzerte begon­nen, die bis heute bei den Patienten wohlwollend und mit Begeisterung aufgenommen werden.

Am Kreissängemeffen am 8. Oktober 1982 in Weißwasser beteiligte sich der Chor wie aus gleichem Anlaß am 14. März 1984 in Bad Muskau. Beim durchgeführten Ein­stufungssingen konnte der Männerchor 1845 Bad Muskau das Prädikat "Mittelstufe sehr gut" erringen. Vom 8. bis 11. Juli des gleichen Jahres war abermals die Sänger­vereinigung "Rastislav" Blansko in Bad Muskau. Der Gegenbesuch erfolgte im Herbst und zwar vom 28. September bis zum 1. Oktober.

1985 beging der Männerchor sein 140jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß fand am 20.September im "Lindenhof' ein Sängertreffen, verbunden mit einer FestVeranstal­tung, statt. Ein weiteres Sängertreffen fand im Jahre 1986 als Kreissängertreffen in Bad Muskau- Köbeln statt. 1987 wurde der Männerchor erneut mit der Auszeichnung "Her­vorragendes Volkskunstkollektiv" geehrt.

1988 war der Chor Teilnehmer und Mitwirkender an den "Tagen der Volkskunst" am 25. November in der Stadthalle Cottbus.

Seit Bestehen des Karnevals in Bad Muskau im Jahre 1953/1954 hat der Männerchor wesentliche Beiträge zur Beliebtheit dieses Ereignisses geleistet. So sind unter anderem aus dem Chor eine Reihe von Karnevalsprinzen und Elferratsmitglieder hervorgegangen. Die Teilnahme und Mitwirkung an den Karnevalsumzügen mit entsprechend gestalteten Festwagen hat nachdrückliche Erinnerungen in der Bevölkerung der Stadt Bad Muskau hervorgerufen. Der traditionelle Sängerfasching und die Mitwirkung an unzähligen Veranstaltungen des Elferrates sollen den historischen Wert dieses Teils der Arbeit des Männerchores hervorheben.

 

1990 erfolgte die Wiedervereinigung Deutschlands. Anläßlich dieses weltgeschichtli­chen Ereignisses wird aus dem "Männerchor 1845 Bad Muskau" der "Männergesangverein 1845 Bad Muskau e.V.". Mit dieser Veränderung wurde eine neue Satzung er­arbeitet, die für alle Mitglieder des Vereins verbindlich ist.

 

Bis zu diesem Jahr hat Tischlermeister Alfred Richter den Vorsitz im Männerchor ge­führt. Aus gesundheitlichen Gründen mußte er diesen jedoch aufgeben. Die Funktion des ersten Vorsitzenden im Männergesangverein übernahm zu Beginn des Jahres 1991 Schmiedemeister Franz Klenner.

 

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands wurde eine weitere Sängerfreundschaft mit dem Männerchor 1874 Balve aus dem Sauerland begründet, die mit einem Besuch des Männergesangvereins 1845 Bad Muskau vom 7. bis 9. September 1990 auch zu per­sönlichen Kontakten führte. Am "Tag der Deutschen Einheit" fand die erste Deutschlandparty des Männergesangvereins am 3. Oktober 1990 in der "Schmiede Klenner" statt.

 

Unter den veränderten Bedingungen der Wiedervereinigung entwickelte sich die Ver­einsarbeit erfreulicherweise gut. Höhepunkt dabei bildet unter anderem die Aufnahme von sieben neuen Vereinsmitgliedern anläßlich der Deutschlandparty im Jahre 1991. 1992 wurde mit dem Männerchor aus Balve ein gemeinsamer Ausflug geplant, der im Jahre 1993 beide Chöre mit ihren Angehörigen in den Bayerischen Wald führte. Höhe­punkt war zweifellos das gemeinsame Chorkonzert im großen "Kursaal" von Bad Füssing am 10. Oktober 1993.

Im Jahre 1994 wird der Männergesangverein 1845 Bad Muskau e.V. wieder Mitglied des Deutschen Sängerbundes sowie des Sächsischen Sängerbundes. Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist gegenwärtig die Vorbereitung auf ein stolzes Jubiläum. Der Männer­gesangverein besteht im Jahre 1995 150 Jahre. Neben einer Reihe von Veranstaltungen anläßlich dieses Jubiläums findet am Pfingstsonnabend, dem 3. Juni, ein großes Sänger­treffen mit Festumzug, Festkonzert und anschließendem Sängerball im Kulturhaus "Lindenhof' statt.

Die Anschaffung einer neuen Vereinsfahne aus gleichem Anlaß soll den Willen der Mit­glieder des Männergesangvereins 1845 Bad Muskau dokumentieren, Traditionen des Männergesanges zu bewahren und das Liedgut zu pflegen.

Dieter Rösler

Schriftführer